Stellen, Schule, Judentum - Dekanatssynode des evangelischen Dekanats Regensburg beschäftigt sich mit bunter Themenvielfal

Zu ihrer Herbsttagung trafen sich die fast 90 Synodalen der evangelischen Dekanatssynode am vergangenen Samstag in Hemau. Die Stadt im Tangrintel ist die westlichste der 24 Kirchengemeinden im Donaudekanat, das sich von Osterhofen im Osten bis Hemau und von Maxhütte bis Abensberg erstreckt.

Nach einer Andacht in der evangelischen Friedenskirche, bei der Pfarrer Max Lehnert mit Verkehrszeichen den Weg der Kirche und des Dekanats verdeutlichte, wurden die Delegierten der Gemeinden dann im Zehentstadel von Dekan Eckhard Herrmann und dem 2. Bürgermeister Gert Schmidt begrüßt. Der

Dekan informierte über die Situation im sog. Donaudekanat. Insbesondere wurden die Auswirkungen des neuen Landesstellenplanes der Landeskirche für den Dekanatsbezirk Regensburg vorgestellt. Regensburg gehört zu den wenigen Dekanaten der bayerischen Landeskirche, die durch die Neuordnung der Pfarrstellen keine Einbußen zu verzeichnen haben. Lediglich die Kirchengemeinde Bad Abbach wird ihre halbe Stelle der Religionspädagogin verlieren. Hier soll durch die Stationierung einer solchen Kraft im Vorbereitungsdienst Entlastung erreicht werden. Im Donaudekanat arbeiten zukünftig im theologisch-pädagogischen Bereich Mitarbeiter auf insgesamt 57,5 Stellen. Dazu kommen 2,5 Stellen für Kirchenmusiker. Fast 38 Stellen sind vor Ort in den Kirchengemeinden angesiedelt, der Rest sind Seelsorger im Krankenhaus und an der Universität, im Bildungswerk und in anderen übergemeindlichen Bereichen.

Die Schulbeauftragte des Dekanats, Pfarrerin Elke von Winning aus Straubing, informierte über den Religionsunterricht, der in der Diaspora ein besonderes Gepräge hat. Oft muss jahrgangsübergreifend unterrichtet werden, manchmal fehlen Lehrkräfte und vielmals ist das Unterrichtsfach am Rand des Schultages angesiedelt, häufig leider auch an den Nachmittagen.

Diakon Marcus Schirmer von der Evangelischen Jugend im Dekanat berichtete vom Dienst seiner Arbeitsstelle im Bereich der Offenen Ganztagsschulen. In insgesamt 23 Gruppen betreut die Evangelische Jugend zusammen mit der Schwesterorganisation Evangelische Jugendsozialarbeit etwa 560 Kinder an 11 Schulen in und um Regensburg. Trotz knapper Finanzen und trotz eines hohen Verwaltungsaufwands schätzte der Leiter der Dekanatsjugend die Beschäftigung mit dem Bereich der Nachmittagsbetreuung als einen wichtigen und unverzichtbaren Teil der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ein.

Zu einer intensiven theologischen Diskussion unter den Delegierten führte das Vorhaben der bayerischen Landeskirche, in der für alle kirchlichen Belange grundlegende Kirchenverfassung einen Passus über das Verhältnis der Bayerischen Landeskirche zum Judentum einzufügen. Die Kirchengemeinden und alle kirchlichen Gremien sind aufgerufen, bis Ende Januar nächsten Jahres Stellungnahmen zum vorgeschlagenen Ergänzungstext einzureichen. Für die einzelnen Kirchengemeinden mag die Diskussion über das Für und Wider der Formulierung nun eine gute Handreichung sein für die Entscheidungsfindung im je eigenen Kirchenvorstand.