Ein neues Wir

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Hubert Mauch, Dekanat Passau

Die Dekanatsausschüsse der Dekanate Passau und Regensburg haben sich mit einem starken Votum für die „Plattlinger Erklärung“ ausgesprochen.

In einer gemeinsamen Sitzung haben sich am Mittwoch, 11. März die beiden Dekanatsausschüsse der Dekanatsbezirke Passau und Regensburg in einem Empfehlungspapier für eine Fusion der beiden evangelischen Dekanatsbezirke ausgesprochen und die „Plattlinger Erklärung“ verabschiedet. Die Abstimmung im Bürgersaal der Stadt Plattling erfolgte getrennt. Über einen tatsächlichen Vollzug der Fusion entscheiden die Dekanatssynoden bei ihren Tagungen im Herbst. Die Sitzung wurde von der Sozialwissenschaftlerin und Kirchenvorsteherin Maike Ritzer aus Ortenburg sowie vom Geschäftsführer der Evangelischen Bildung in Ostbayern, Dr. Carsten Lenk, moderiert.

Wir wollen „zusammen in die Zukunft blicken und neue Wege gehen“, betonte Dekanin Karoline Gerleigner, zuständig für die Region Ost des Donaudekanats, in ihrer Begrüßung der rund 40 anwesenden Mitglieder der beiden Dekanatsausschüsse. Wie die Natur, so bräuchten auch die Dekanate Geduld zum Wachsen und eine „Portion Mut, um neue Wege zu gehen“

Auch die Dekane Jochen Wilde aus Passau und Jörg Breu aus Regensburg warben bei der Vorstellung der jeweiligen Dekanatsbezirke für einen gemeinsamen Weg. Sie sind sich einig, dass die Dekanate ihren Weg in die Zukunft jetzt noch selbst gestalten können. „Veränderungen finden auch statt, wenn wir nichts unternehmen“, sagte Dekan Breu. Dabei sei es wichtig, dass die Strukturen den Menschen dienen und nicht zum Selbstzweck werden. Auf der Ebene der Verwaltungen gebe es bereits eine enge und erfolgreiche Zusammenarbeit, stellte Dekan Wilde fest. „Wir sind schon auf einem gemeinsamen Weg.“ 

Der Zusammenschluss soll auf Augenhöhe stattfinden. Deshalb werden die Dekanatsausschüsse gemeinsam einen neuen Ausschuss mit allen bisherigen Mitgliedern bilden. Ebenso wird es sich mit den Dekanatssynoden verhalten. Die Größe dieser Gremien bleibt bis zur nächsten Wahl bestehen. Ein neuer gemeinsamer Dekanatsbezirk mit zwei Dekan:innen mit Sitz in Passau und Regensburg umfasse dann rund 83.000 evangelische Christ:innen

Am Ende der gemeinsamen Tagung stand die Erkenntnis „ein neues WIR“ zu gründen.

Text: Anke Polednik/Hubert Mauch, Fotos: Hubert Mauch


Die Plattlinger Erklärung

Gemeinsame Erklärung zur Weiterentwicklung der Dekanate Regensburg und Passau

Die beiden Dekanatsbezirke Regensburg und Passau haben sich in den vergangenen Monaten intensiv und verantwortungsvoll mit den Herausforderungen der kommenden Jahre auseinandergesetzt. Klar ist: Ein Beharren auf den bestehenden Strukturen ist keine Option. Die Veränderungen in Kirche und Gesellschaft machen neue, tragfähige Strukturen notwendig – nicht aus Zwang, sondern aus bewusster Einsicht und dem gemeinsamen Wunsch, unsere kirchliche Verantwortung zukunftsfest wahrzunehmen. Der Weg in die Zukunft kann nur ein gemeinsamer sein.
Dieser Weg wird bereits in der erfolgreichen Kooperation der Verwaltungsstellen und der gemeinsamen Erwachsenbildung EBO sichtbar.

Auf dieser Basis haben sich beide Dekanatsbezirke entschlossen (bzw. werden sich entschließen), beim Landeskirchenrat und dem Landessynodalausschuss zu beantragen, gemeinsam einen neuen Dekanatsbezirk zu gründen. Dieser soll die Gebiete beider bisheriger Dekanatsbezirke Regensburg und Passau umfassen und Dienstsitze in Regensburg und Passau haben. Es handelt sich ausdrücklich nicht um eine Übernahme oder eine Zwangsvereinigung, sondern um einen gleichberechtigten Zusammenschluss zweier selbständiger Körperschaften zu einer neuen Körperschaft. Diese Entscheidung beruht auf dem Willen beider Seiten, mutig neue Wege zu gehen und sich für kommende Generationen gut aufzustellen. Der neue Dekanatsbezirk soll von einem Dekan*innen-Team geleitet werden.

Alle wesentlichen Schritte – einschließlich der Beschlussfassungen – werden eigenständig in den jeweiligen Dekanatsausschüssen und Dekanatssynoden getroffen. Damit ist klar: Die Zukunft wird gemeinsam gestaltet, im offenen Austausch und mit großer Wertschätzung füreinander.

Zu den nächsten Aufgaben gehört es, die Dekanatssynoden zu befragen und somit die Kirchengemeinden einzubinden. Außerdem soll ein gemeinsames Motto und ein gemeinsames Logo für den neuen Dekanatsbezirk entwickelt werden. Motto und Logo sollen identitätsstiftend wirken und das ausdrücken, was beide Dekanatsbezirke miteinander verbindet: den Wunsch nach einem lebendigen kirchlichen Leben und einer zukunftsfähigen, tragbaren Struktur.

Der Start des neuen Dekanatsbezirkes ist – sofern alle Beschlüsse gefasst sind – für das erste Halbjahr 2027 vorgesehen. Die Dekanatlichen Gremien werden entsprechend gebildet und stellen gemeinsam einen verlässlichen Übergang sicher.

Wir sind überzeugt: Dieser Schritt eröffnet neue Chancen, stärkt unsere regionale Zusammenarbeit und zeigt, dass wir bereit sind, innovativ und zuversichtlich in die Zukunft zu gehen – mit Respekt vor dem Gewachsenen und mit Vertrauen in das Neue, das wir gemeinsam gestalten.