Dekanatspartnerschaft mit Odessa

"... zerstreue die Völker, die gerne Krieg führen." (Psalm 68/31c)

Tief erschüttert über den verbrecherischen Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine sind wir in großer Sorge um unsere Partner in den Gemeinden Odessa und Nowogradowka/Petrodolina.

Pfarrer Alexander Groß kauft Lebensmittel und unterstützt die, die sich nicht alleine versorgen können. Mitarbeiterinnen der Diakonie besorgen ebenfalls Lebensmittel, Medikamente und helfen Leuten bei der Flucht aus Odessa.

Beide unterstützen wir mit Geldüberweisungen, die bisher noch sehr gut und zeitnah eintreffen und mit großer Dankbarkeit angenommen werden. Vielen Dank allen, die schon geholfen haben und dies noch tun wollen. Wenn Sie auch Spenden wollen, können Sie dies unkompliziert über den Förderverein Odessa tun.

Wir helfen so gut es geht vor Ort und auch Geflüchteten hier bei uns. Wir bangen und beten für ein Ende der kriegsverbrecherischen Gewalt. Und wir wünschen unseren Partner*innnen in und um Odessa, unserer Partnerkirche in der Ukraine und ihrem Bischof Pavel Schwarz ein Überleben. Ihr Festhalten am Vertrauen auf den Gott des Friedens und an seiner Kraft zum Leben sind ein Zeichen für uns und die ganze Welt.

 

Segen für ein Volk, das überfallen wurde

Friedenstaube 4
Bildrechte: Bilddatenbank Fundus

Der Gott, der seine Schöpfung liebt,
verschone euch vor den Mächten der Zerstörung.

Der Gott, der das Leben liebt,
stehe euch bei, das Leben eurer Lieben zu verteidigen.

Der Gott, der Land verheißt,
stärke euch zum Widerstand gegen die, die euch die Heimat rauben.

Der Gott, der die Wahrheit ist,
mache laut den Protest gegen Lüge und Verdrehung.

Der Gott, der Schwerter zu Pflugscharen schmiedet,
zerschlage Panzer und Bomben der Gewalttäter.

Der Gott, der einlädt zum Fest der Völker,
zerstreue die gerne Krieg führen.

Der Gott, der Unterdrücker dem Untergang weiht,
führe euch in eine freie Zukunft.

Der Gott, dessen Reich kommen wird,
stürze Diktatoren,
verwirre die seinen Willen missachten
und lasse ihre Untaten zurückfallen auf sie selbst.

Der Gott, der zuspricht "Fürchte dich nicht",
segne euch mit dem Mut der Verzweiflung,
mit der Hoffnung auf Überleben,
mit Vertrauen auf seine Lebenskraft.

Frieden und Segen dieses Gottes komme auf euch zu!

 

Seit 1990 besteht parellel zur Städtepartnerschaft "Regensburg-Odessa" auf die Gemeindepartnerschaft des Donaudekanats mit St. Paul in Odessa. Durch die gegenseitigen Besuche, die Unterstützung der diakonischen Arbeit und das Gebet füreinander halten wir Verbindung.
Mit Hilfe der Ev.-Luth. Kirche in Bayern, Diaspora-Organisationen und Mittel der Bundesrepublik Deutschland konnte die Ruine der St. Paul Kirche restauriert und 2010 festlich eingeweiht werden.

Die Diakonie Odessa/ Rehabilitationszentrum St. Paul betreut ambulant Senioren, aber auch HIV-Infizierte und Suchtkranke. Seit er Gewalt auf dem Maidan und im Osten der Ukraine werden Flüchtlinge und Militärangehörige mit traumatischen Gewlaterfahrung mit Therapieangeboten begleitet. Projektpartner sind die Stiftung "Erinnern, Verantwortung, Zukunft" und Brot für die Welt.

Wir haben zur Unterstützung unserer Partnergemeinde einen Förderverein gegründet.

Ansprechpartner für Informationen rund um die Dekanatspartnerschaft:

 

Klaus Göldner
Bildrechte: Klaus Göldner

Pfarrer Klaus Göldner

Dekanatsbeauftragter für die Partnerschaft mit Odessa St. Paul
Tel: 0941 4652 0760
E-Mail: klaus.goeldner@elkb.de

Die Kirchenpartnerschaft

Zwischen der Deutschen Evangelisch-Lutherischen Kirche der Ukraine (DELKU) und der Evang.-Luth. Landeskirche Bayern (ELKB) war in den vergangenen drei Jahren einer schweren Belastungsprobe ausgesetzt und die Partnerschaft wurde offiziell "eingefroren". Nun taut sie aber wieder auf. Die Synode der DELKU hat dem umstrittenen Bischof Sergej Maschewski das Vertrauen entzogen und seine Amtszeit nicht verlängert. Ein neuer Bischof wurde eingesetzt. Am 1. Dezember ist Pawlo Schwartz er in sein Amt eingeführt worden. Der Lutherische Weltbund, die Evang. Kirche Deutschlands, der Bund der Evang. Kirchen Russlands und des gesamten Ostens, sowie die deutsche Botschaft in Kiew haben zur Wahl gratuliert. Die ELKB hat daraufhin die Partnerschaft offiziell für fortgesetzt erklärt. In der DELKU entsteht so derzeit ein neues Miteinander der ausgeschlossenen und mit Prozessen überzogenen Gemeinden. Der ehemalige Bischof hält

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aber noch an seinem Amt, der Dienstwohnung und den Mieteinnahmen aus dem Deutschen Zentrum fest.

Es ist sehr beachtlich wie die DELKU hier aus eigener Kraft einen neuen Anfang im Rahmen ihrer Statuten und synodalen Verfassung geschafft hat. Infos bietet direkt die Seite. nelcu.org.ua/de/   

Allerdings sind die partnerschaftlichen Beziehungen einer schweren Belastung ausgesetzt solange der alte Bischof die Kirche spaltet, die anderen Gemeinden mit Gerichtsprozessen überzieht und in Odessa einen neuen Anfang blockiert. Aber wir hoffen auf bessere Zeiten und wollen auch dann wieder als Partner zur Verfügung stehen. (ein Foto als Symbol der Hoffnung: kleines, privat gepflegtes Gärtchen mitten in Odessa)